Reitgerten


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Gerte, Reitgerten

Die ewige Frage, ob ein Reiter eine Gerte braucht oder nicht, erübrigt sich eigentlich, wenn man sich einfach ansieht, wozu Reitgerten überhaupt da sind. Vorwegegenommen: Niemals ist eine Gerte ein Instrument zum Bestrafen! Im Gegenteil, Reitgerten sind nichts anderes als der verlängerte Arm des Reiters. Das gilt am Boden genauso wie auf dem Pferd. Dieses Hilfsmittel würde komplett versagen, wenn man sein Pferd mit der Reitgerte züchtigen und ihm Schmerzen zufügen würde. Auch die Deutsche Reitervereinigung lehnt das Strafen mit der Gerte grundsätzlich ab.

Mithilfe der Gerte kann man die Hilfskommandos verstärken, indem man sie verantwortungsbewusst einsetzt. Mit kurzen Gerten kann man während des Reitens leicht die Flanke berühren, um dem Pferd zu vermitteln, was allein mit Beinarbeit (noch) nicht gelingt. Bei der Bodenarbeit leistet die Gerte durch unterschiedliche Haltung oder leichtes Antippen gute Dienste, um dem Pferd zu zeigen, was man von ihm möchte.

Wie sieht die Gerte aus?

Die meisten Gerten werden heute aus Fieberglas hergestellt und sind mit Leder umwickelt. An der Spitze der Gerte befinden sich kleine Lederstreifen oder ?schnüre bzw. ein kleiner breiterer Lederlappen. Reitgerten gibt es in verschiedenen Längen zwischen 50 bis 130 cm. Die Griffe sind verstärkt und ebenfalls mit rutschfestem Material oder mit Noppen versehen. An einigen Reitgerten befindet sich noch eine Halteschlaufe, die verhindern soll, dass sie zu Boden fällt, falls sie einmal während des Reitens aus der Hand rutscht. Erfahrungsgemäß wird diese Schlaufe aber nicht benutzt, da sie sehr hinderlich ist, wenn man sie in die andere Hand wechseln möchte.

Wozu wird die Gerte gebraucht?

Je nach Zweck kann man verschiedene Gerten einsetzen. Springreiter nutzen die kurzen Gerten mit der breiten Lederlasche, um im entscheidenden Absprungmoment die Hilfe zu geben. Bei Pferderennen wird sie zum Antreiben benutzt.

Während bei der Dressur auch die längeren Reitgerten genutzt werden, um das Pferd voranzutreiben. Bei Dressurübungen dient die Reitgerte zur Verstärkung wie z. B. beim Seitwärtsgehen.

Bei der Bodenarbeit wird die Gerte ebenfalls für diverse Übungen als gutes Hilfsmittel eingesetzt. Pferde, die keine Angst vor Reitgerten haben, nehmen diese Hilfen sehr gut an. Schon deshalb ist z. B. beim Horsemanship die Arbeit mit der Gerte eine der ersten Übungen, bei denen man sein Pferd von Kopf bis Fuß mit Streicheleinheiten durch die Gerte verwöhnt. Pferde, die keine Angst vor Gerten haben, erschrecken auch nicht so leicht vor herabhängenden und sich bewegenden Zweigen.

Auf Turnieren gelten oder bei Prüfungen gibt es Regeln für die Benutzung von Gerten bzw. die Benutzung von Gerten fließt in die Bewertung mit ein. Es empfiehlt sich, den Veranstalter danach zu fragen.
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